Mittwoch, 6. Februar 2008

Info zum Maerechenabend

am 17. Februar 2008:

"Am Sonntag, 17. Februar, 11 Uhr, stellt die Erlanger Journalistin und Autorin Margrit Vollertsen-Diewerge in einer Matinée ihr neuestes dreisprachiges Buch "Pegasus, das Dichterpferd - Pegaso, el caballo poeta - De Pegaso equo poetico" vor (im Großen Saal des Frankenhofs in Erlangen, Südliche Stadtmauerstr.35). Die Veranstaltung wird u.a. gestaltet von Klaus-Karl Kraus, einer lateinamerikanischen Band sowie Schülerinnen und Schülern der Städtischen Musikschule und des Friedericianums. Wir laden Sie ganz herzlich zur Matinée mit anschließendem lateinamerikanischen Büffet ein!

Die Illustrationen des Märchens, das Teil des Märchenbuchprojektes mit den Erlanger Partnerstädten ist, stammen von Schülern aus San Carlos. Die Erlanger Abiturientin Helena Trinczek, die derzeit ein freiwilliges Jahr in San Carlos macht, hat dieses Malprojekt mit großem Einsatz in San Carlos und auf Solentiname betreut. An der Übersetzung waren neben Stadtrat José Ortega auch Schüler des Friedericianums beteiligt, die das Buch ins Lateinische übersetzten. Eine Ausstellung mit allen Bildern der Kinder (für das Buch musste eine Auswahl getroffen werden) ist geplant. Das Buch wird für 14,80 € unter anderem in der Tourist-Information am Rathausplatz erhältlich sein, gerne können Sie mehrere Exemplare für Ihre Einrichtung, Gruppe oder Verein erwerben!
Nähere Infos erhalten Sie bei der Städtepartnerschaftsbeauftragten der Stadt Erlangen unter 09131-86-1352 oder per E-Mail: cornelia.betz@stadt.erlangen.de"

Dienstag, 5. Februar 2008

Man sieht sich im Leben immer zwei mal...

Montag Frueh wurde ich mal wieder mit einem tollen Fruehstueck gemeinsam mit Edgar, Thomas und Jens verwoehnt bevor ich mich auf die Heimreise macht. Mit dem Boot waere es sehr viel angenehmer gewesen, aber da ich meinen Pass nicht dabei hatte, viel diese Option leider aus und ich musste den Bus nehmen. Dennoch fuhr ich nach Granada und habe dort die 4 stunden, die mir verblieben, verbracht indem ich im Markt herumgelaufen bin und mich dann irgendwann in die Casa gesetzt habe und einen echten Capucchino bestellt habe. So ein Luxus muss auch mal sein dachte ich mir und hab ihn sehr genossen. Granada ist viel zu touristisch, aber die Stadt an sich verzaubert mit ihren schoenen grossen Kolonialhaeusern und ich mag die Stimmung, die sie verbreiten, sehr gerne. Langsam bin ich dann die Strasse hinunter zum Hafen gelaufen, hab mir einen Platz reseviert und hab gewartet, bis der Bus um 3 Uhr abfaehrt. Als ich mich dann gesetzt hatte, sah mich ein Typ strahlend an und fragte, ob ich die Helena sei. Ich war etwas verwirrt und als er auf mich zukam und mich begruesste, ueberlegte ich fieberhaft, wer das jetzt wohl ist. Im Laufe des Gespraeches stellte sich dann fuer mich heraus, dass ich im August, wo ich das allererste Mal aus Granada heimgefahren war, da ich das Boot verpasst hatte, auch shcon neben ihm sass und er sich immer noch an mich und meinen Namen erinnern konnte. Wow. Zufaelle gibts... Nach der anstrengenden Fahrt musste ich mich erst einmal richtig ausschlafen und fuehle mich nun wie neugeboren

Das Meer

... habe ich in den letzten Monaten doch tatsaechlich noch kein einziges Mal in Nicaragua gesehen. Das musste nun geandert werden und Thomas und ich sind am Sonntag gemeinsam losgezogen um nach Pochomil zu fahren, das von Managua ca 1,5h weg ist. Schon die Fahrt dorthin war sehr schoen- die bergige Landschaft und die weite Sicht sind einfach wunderschoen... Dort angekommen liefen wir gemeinsam ein ziemliches Stueck nach Norden am Strand entlang um das perfekte Plaetzchen zu finden. Der Sand war so heiss, dass ich es nicht aushilt und am Wasser laufen musste bis wir uns dann auf die Stufen vor einem Haus direkt am Strand setzten. Dort gab es naemlich Schatten, der bei dieser Hitze unbedingt notwendig war. Ist schon komisch. Jetzt bin ich in einem so heissen Land, und man koennte denken, dass man viel draussen in der Sonne ist und sie geniesst. Das Gegenteil ist jedoch der Fall- man fluechtet vor ihr. tja, so wird das wohl nichts mit dem braun werden ;) Der Tag war sehr schoen. Wir sassen einfach da, haben die Aussicht auf das weite Meer, den Wind und den Schatten der Baeume genossen und gegen 4 gings dann wieder langsam zurueck um vor der Heimreise noch zu essen. Auf unserem Weg blieben wir dann jedoch noch beim Muschelsammeln haengen. So viele unterschiedliche habe ich in meinem Leben noch nie gesehen- pink, gruen, gelb, braun, schwarz, weiss... alles war dabei und auch in allen erdenklichen Formen! Irgendwann riss mich Thomas dann davon los und wir haben in einem Restaurant am Wasser unglaublich guten Fisch bestellt. Unser Tisch, zu dem wie bei allen anderen auch, eine Haengematte gehoerte, stand im direkten Blick zum Meer und da es langsam zu daemmern begann, war die Atmosphaere wunderschoen. Ein Reiterpaar ritt an uns vorbei- hinter ihnen ein kleines Fohlen, Liebespaare am Wasser, Kinder kreischend und lachend... Da muss es einem doch gut gehen, oder nicht?
Um halb6 ging es leider schon heim. Die Kleinbusse sind noch furchtbarer fuer mich, denn hier bekomme ich meine Knie wirklich nicht hinter den Vordersitz und muss sie immer zur Seite heraushaengen lassen. Dafuer wurde ich aber mit der Aussicht aus dem Fenster belohnt. Die Sonne war nun schon untergegangen und die huegelige landschaft wurde in ein rot- orangenes Licht getaucht. Der Bus war viel zu voll, aber das ist eben Nicaragua. Die ganzen Eindruecke des Tages und die Atmosphaere in dem Bus, die ich schon so gut kenne, haben mich ahnen lassen, wie sehr ich das alles vermissen werde, wenn ich wieder daheim bin...

Carnaval en Managua

... hiess es am Freitag im Haus von Jens und Thomas, die dort gemeinsam mit einem Nica namens Edgar wohnen, und haben mich eingeladen, zu kommen. Da ich schon lange nicht mehr rausgekommen bin aus meinem departemento hab ich diese Gelegenheit genutzt und bin Donnerstag Abend mit dem 8- Uhr Bus nach Managua gefahren. In den Bus zu kommen war mal wieder eine Kunst fuer sich. Er war dermassen ueberfuellt, dass ich erst einmal eine viertel stunde an der ersten Stufe stand. Ich hatte mein Ticket jedoch schon in der Frueh gekauft und so einen platz in der 3. Reihe sicher, musste also keine Angst haben, wieder stehen zu muessen. Irgendwann hab ich mich dann an den Gepaeckhaltern hochgezogen und konnte dadurch die Leute, die im Gang standen, ueberwinden. Mit meinem Sitznachbar hatte ich Glueck- er war normaler Statur, roch normal, fiel beim schlafen nicht immer auf mich drauf und redete nur maessig, dann aber sehr nett. Die Fahrt war anfangs kaum auszuhalten. Da alles so vollgestopft war mit Leuten, war die Luft grauenhaft und man konnte kaum atmen und ich hatte immer irgendwelche Baeuche an meinem Arm oder Achseln, die sich an den Gepaeckhaltern festhalten. Naja, ich bin jedoch wie immer recht gut angekommen und nach einer weiteren Busfahrt in Managua kam ich "zu Hause" an, wo ich schon erwartet wurde. In Masaya musste ich mir noch die passenden Accessoirs fuer mein Kostuem kaufen und da Moritz aus Rivas auch etwas brauchte, zogen wir gemeinsam los. Irgendwie hatte ich mir mal wieder irgendetwas aufgeschnappt oder ich war zu uebermuedet, jedenfalls ging es mir abends dann wirklich nicht gut und ich lag relativ lange im bett und kam erst wieder raus, als schon viele Gaeste da waren *g* naja, der Abend wurde dann doch noch sehr amuesant, nachdem meine Kopfschmerzen weg waren. Neben ein paar bekannten Gesichtern kamen auch Jakob und Christoph, die beide ganz herrlich verkleidet waren. Jakob arbeitet in einer Kirche und hatte sich das Gewand seiner Chefin ausgeliehen. Mit dem langen Haar, seinem Bart und dem Holzkreuz sah er sehr ueberzeugend aus und uns zum lachen. Christoph war sogar noch eine Nummer besser- er war ein Touri- Gringo: weite Hosen mit Taschen an den Seiten, die jedoch hochgezogeb wird, ein Hawaiihemd, eine Kappe und in die Trekkingsandalen gestreifte hochgezogene Sochen. Zu guter letzt kam um den Bauch dann noch ein Reiseguertel um das Styling perfekt zu machen und er spielte seine Rolle sehr gut. Ich war da nicht sehr einfallsreich gewesen und hatte auch nicht die Moeglichkeit, irgendwas tolles zu machen und so ging ich als Piratin: rotes Kopftuch, wilde Maehne drunter, grosse Ohrringe, "Gold"schmuck, weisses Leinenhemd und eine Machete am Guertel. naja, das ging jedenfalls schnell zu beschaffen alles :) Der Rum floss wie immer und es haben sich alle gut amuesiert und ich habe es genossen, mal wieder unter so vielen Leuten auf einer Party zu sein.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Finsternis

Zack- und von einer Sekunde auf die andere hüllt sich San Carlos in absolute Dunkelheit. Die einzige Lichtquelle ist der Sternenhimmel, der wie so oft wunderbar klar ist, und die wenigen Autos, die ab und zu vorbeifahren. Der Musiklärm, der aus allen Häusern drang wird durch das Gekreische der Kinder abgelöst und jeder, der sein Handy dabeihat, zieht es heraus und benutzt es als Taschenlampe. Ich bin alleine auf dem Weg vom Zentrum nach Hause als der Strom ausfällt und meine Augen müssen sich erstmal auf die Finsternis einstellen. Zum Glück kenne ich den Weg inzwischen schon und weiss, wo Hubbel in der Strasse sind oder nicht. Dennoch schliesst man sich bei solchen Stromausfällen automatisch zu kleinen Grüppchen zusammen und läuft gemeinsam eine Strecke. Vorzugsweise schliesst man sich natürlich Leuten an, die schlauerweise eine Taschenlampe mitgenommen haben, aber auch mit den Handys und den Autos kommt man gut vorran. Praktisch ist es auch, wenn schon Leute vor einem laufen. Stolpern die, so kann man noch schnell ausweichen *g* Ausnahmsweise ist es ruhig und während dem Laufen wird kaum geredet. Man ist eine Gemeinschaft und da nachts alle Katzen bekanntlich schwarz sind, falle ich nicht auf- höchstens durch meine Grösse. Ich höre schöne Musik auf meinem MP3Player und obwohl ich aufpassen muss, nciht in Abfall oder Pfützen zu treten, genisse ich diesen nächtlich- dunklen Spaziergang sehr. Hier ist der Sternenhimmel wie gesagt so unglaublich klar und man sieht tausende von ihnen in Konstellationen, die mir absolut unbekannt sind. Diese absolute Finsternis kennen wir aus Europa kaum. Immer beleuchten Strassenlaternen den Weg, Leuchtreklamen werben für irgendetwas und sowieso ist ein Leben ohne 24h- Strom für uns nicht mehr vorstellbar und Ausfälle kosten ein Vermögen. Hier in Nicaragua kann ich die Erfahrung machen, wie es auch mal ohne ist. Fällt hier der Strom aus, so kauft man eben schnell Kerzen an der Pulpería um die Ecke und sitzt dann einträchtig nebeneinander da. Letzten Freitag ist der Strom schon um die Mittagszeit ausgefallen und kam erst am nächsten Morgen wieder. Man kann keine Musik hören, nicht fernsehen, nicht mit der Ausenwelt kommunizieren über Internet und wenn es dunkel wird, so kann man nicht einmal mehr lesen. Hinzu kommt noch, dass auch kein Wasser kommt, wenn der Strom ausgefallen ist. Sowieso kommt das nicht regelmässig und es ist immer wichtig, schon am Abend zuvor alles volllaufen zu lassen, damit sich jeder duschen und das Geschirr und die Wäsche gewaschen werden kann. Man geht also einfach früh zu Bett, denn es kann ja eh nichts getan werden und wenn am nächsten Morgen die Sonne aufgeht, beginnt ein neuer Tag. So wie vor vielen vielen Jahren bei uns.
Ich weiss aber auch jetzt schon, wie schnell man sich wieder daran gewöhnt, den Luxus zu haben. Vor Dezember hatten wir ja nur von 5am-7.20am und von 2pm- 1 am Strom und das ging auch. Klar, am Anfang musste ich mich daran gewöhnen, aber mit der Zeit gewöhnt man sich wie gesagt an alles. Auch nach 2 Wochen Panamá war ich schon wieder ein wenig verwöhnt und habe die Duschen vermisst. Schon witzig, wie schnell das geht...

Übers verlängerte Wochenende hat mich Jens aus Managua besucht und wir sind gemeinsam nach El Castillo gefahren, wo ich auch schon mit einer anderen Freiwilligen im November war. Die Fahrt dorhin auf dem Río San Juan war wie immer sehr schön und auch El Castillo hat mich durch seine ruhige Atmosphäre wieder begeistert. Jens hat hier bei mir inder Familie das nicaraguanische Familienleben einmal kennengelernt und war überglücklich, jeden Morgen mit einem Gallo Pinto mit Rührei von Ruth verwöhnt zu werden :)

Mittwoch, 23. Januar 2008

Umzug

Wie ich schon geschrieben habe, bin ich am Montag zusammen mit Daniel in die Barrios gelaufen, um Kinder und Jugendliche für Mittwoch einzuladen und an einer Veranstaltung teilzunehmen. Heute um 8am waren nun also ettliche Leute im Rayitos del Sol. Gemeinsam haben wir 2 riesige Säcke Orangen mit dem Messer nach nicaraguanischer Art geschält und sie dann über einem Sieb ausgedrückt um ein Fresco (Fruchtsaft, Wasser, Zucker) daraus zu machen, dass es dann später zum Verteilen geben sollte. Kurz vor 9 Uhr kam eine kleine Camioneta, auf die sich alle hinten gequetscht haben und wir bis dorthin gefahren wurden, wo ich am Montag gelaufen war. Fast alle Umzüge beginnen hier. Der vom 1. Dezember (Día Mundial de la Lucha contra SIDA/VIH) begann damals auch dort. Allen vorran fuhr heute ein Auto, auf dem Boxen festgeschnallt waren und ein Sprechen immer wieder das Gleiche durch ein Mikrofon rief. Direkt dahinter lief eine Reihe, die ein bemaltes Tuch hielt, damit man auch weiss, warum die Leute auf die Strasse gehen. Tja, und dahinter kommt das „Volk“ mit Plaketen usw. Am 4. Februar beginnt hier das neue Schuljahr und so gingen wir heute auf die Strasse, um die Kinder, aber vor allem die Eltern dazu zu animieren, sich für dieses Jahr in der Schule einzuschreiben. Immer noch schicken einige ihre Kinder nicht in den Unterricht, da sie lieber daheim arbeiten oder in den Strassen irgendetwas verkaufen sollen. Wieder andere meinen, dass Bildung nicht so wichtig sei. Sie selbst sind ja auch nicht auf die Schule gegangen, warum also ihre Kinder? Ihnen geht es ja so auch gut... Zwar gibt es Schulpflicht, aber wirklich verfolgt wird das nicht. Mal wieder perfekt schien die Sonne total stark und hat das Laufen etwas anstrengend gemacht. Erschöpft kamen wir am Malecón (am See) an, wo Fresco verteilt wurde und die Kinder durch Spiele unterhalten wurden. Geschenke (Hefte und Stifte) wurden verteilt, es wurde getanzt, gerannt und die Kleinen hatten sichtlich ihren Spass. Ich hoffe nur, dass diese Aktionen auch wirklich etwas bewirken und viele Eltern ihre Kinder bei der Bildung mehr unterstützen. Es wird hier immer gesagt, dass es so wichtig ist, dass die Leute Englisch lernen. Das finde ich aber überhaupt nicht. Klar, es ist wichtig, dass sie sich verständigen können und Englisch ist einfach weltweit anwendbar. Was aber viel notwendiger ist, ist, dass die Leute hier Disziplin und Verantwortung lernen. Dann kann in den Schulen auch anständiger Unterricht gehalten werden und die Kinder lernen mehr. Da geht das mit dem Englisch dann von alleine. Hier sind die Menschen ja nicht viel dümmer als in entwickelten Ländern. Sie haben einfach nicht die Chance, etwas zu werden oder wissen nicht wie. Diese Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit ist wirklich unglaublich verbreitet und kaum jemand hat wirklich Angst vor Konsequenzen, da sie von der Schule und daheim gewohnt sind, dass Angedrohtes nicht unbedingt eingehalten wird. Ach ja, es läuft schon so einiges schief hier... Gestern hat mir ein netter älterer Bekannter, der für die PRENSA (Zeitung Nicaraguas) arbeitet erzählt, dass in San Miguelito ein 10jähriges Kind demnächst ein Kind zur Welt bringen wird, da ihr Stiefvater sie geschwängert hat. Ganz abgesehen davon, dass es wirklich selten ist, dass ein so junges Kind schon schwanger werden kann, ist es so furchtbar, dass hier bei solchen Fällen nichts gemacht werden kann. In Nicaragua ist die Abtreibung grundsätzlich verboten. Sogar in Fällen des Missbrauchs oder anderer Dinge. Wie soll denn ein Kind, das selbst noch ein Kind ist, ein Baby grossziehen?

Umzug am 23.1.08


Nunja, nun noch eine erfreuliche Nachricht- zumindest für mich. Am 29. Mai bis zum 23. Juni 2008 kommt eine Gruppe sancarleños nach Nürnberg. Und ratet mal, wer mitdarf? Ruth! Sie ist sehr glücklich und die 5 Leute, die mitdürfen sind schon am überlegen und planen, was alles gemacht wird. Ich hatte Luis Orozco, der für den Jugendaustausch verantwortlich ist, schon im Oktober gefragt, aber da hiess es nein, da Ruth noch nicht 18 ist. Ceci und ich haben ein gutes Wort für sie eingelegt und nun darf sie also mit. Ich freu mich sehr. Auch , da ich die anderen, die mitkommen zum teil sehr gut kenne und es schön sein wird, sie in meiner Heimat wiederzusehen...
Ach ja- und hab ich schon gesagt, dass es viel zu heiss ist?

Und noch etwas- am 17. Februar wird das Märchenbuch in Erlangen vorgestellt. Für Leute, die zu viel Zeit haben oder Interesse oder etwas Gutes tun wollen mit dem Kauf eines Exemplars- alle sind eingeladen...

Montag, 21. Januar 2008

Clase de Pintura in der Tertulia

Seit dem 9. 1. 08 war ich nun montags, mittwochs und freitags von 8am bis ca 12 am in der Tertulia, einer Jugendeinrichtung, und habe Guillermo beim Malunterricht geholfen. Das ist wirklich schön und es kommen immer ganz schön viele Kinder, die zeichenen wollen. Für die Kleineren gibt es Papier und Buntstifte. Die Grösseren oder diejenigen, die schon besser mit Farbe umgehen können, bemalen Holzplatten mit Acrylfarbe. Meist regt Guillermo sie dazu an, Landschaften zu malen, also Fluss, Vulkane, Haus, Pflanzen usw. Ich hatte so Lust, auch mal wieder was zu malen, sodass ich mir ein Abfallstück vom Holz geholt habe und darauf eine Blumenumrahmung begonnen habe, in die ich dann „Benavidez“, meinem 2.- Nachnamen geschrieben habe. Und was sehe ich beim nächsten Mal beim Malunterricht? Stolz zeigt mir ein Kind, was für eine tolle Idee der Mallehrer hatte- Blumenumrahmung mit ihrem Namen. *g* Es ist echt witzig, dass sogar die Erwachsenen nicht wirklich neue Ideen haben und wenn dann irgendwas Neues kommt, wirds gleich kopiert. Aber es hat mich natürlich gefreut, da es ihnen ja anscheinend gefallen hatte, was ich gemalt habe. Zusammen mit einem Mädchen habe ich 2 Tage an ihrem Bild gemalt und es hat mir sehr Spass gemacht, ihr zu zeigen, wie sie sich leichter tut und sie davon loszubekommen, alles mit dem Lineal zeichnen zu wollen. Und letztendlich ist das fertiggestellte Gemälde sehr schön geworden!

Malen


Heute war mein erster Tag bei „Rayitos del Sol“, was ebenfalls eine Jugendeinrichtung ist. Ich bin mit Daniel, der auch in der Generación del Mañana ist, ganz weit in andere Barrios gelaufen, was bei der Hitze, die nach der regenreichen Nacht heute herrscht, wirklich anstrengend ist. Auf dem Weg haben wir immer bei einigen Häusern, in denen Jugendliche wohnen, die zum Rayitos gehen, gehalten um für Mittwoch einzuladen und daran zu erinnern, dass sich die Kinder für die Schule einschreiben müssen. So wird sich erhofft, dass mehrere in die Schule gehen und nicht in der Strasse herumlungern. Also wirklich eine gute Sache. Nachdem wir nach fast 3 Stunden in der Hitze endlich fertig waren, habe ich mit Daniel noch den Zaun des Gartens angemalt und kam ganz erschöpft zu Hause an 

Das Wochenende war mal wieder sehr entspannt. Samstag sind wir alles zusammen mal wieder zum Nacathamal- Essen gegangen. Das hat mich deswegen so gefreut, da wir tatsächlich mal was gemeinsam gemacht haben und das ist schön. Musste mich daran erinnern, als wir an meinem 3. Tag in San Carlos abends auch dorthingegangen sind und ich keinen blassen Schimmer davon hatte, wo wir uns gerade befinden, da es ja schon dunkel war und ich mich noch nicht auskannte. Jetzt also, nach 5 Monaten, weiss ich, wo ich damals war  Es ist total schön dort, wo man nacathamal essen kann. Also nicht schön im herkömmlichen Sinne, sondern einfach weil es so echt ist. Nicht für Touristen, nichts extra dekoriert. Man sitzt vielmehr in der Küche an dem einzigen Tisch den es gibt zusammen und muss sich erstmal alle vorhandenen Stühle zusammensuchen. Der Rauch der Küche kommt einem immer wieder entgegen und nachdem man etschieden hat, ob man Hühnchen oder Schwein haben möchte, bekommt man die geöffneten Nacathamals serviert. Das Brot, das die Familie selbst backt (bäckt?), steht in grossen Bottichen auf einem anderen Tisch und man nimmt sich einfach, wie viel man will. Hinterher wird abgerechnet. Sowas wär in Deutschland wohl nicht möglich. Da muss alles überprüfbar sein... Ach ja, und wenn ich noch nicht beschrieben haben sollte, was Nacathamal ist, oder ihr es vergessen habt: in Bananenblättern wird Reis, zerstampfter Mais, bisschen Kartoffel, Fleisch und ganz bisschen Gemüse gelegt. Anschliessend packt man aus den Blättern eine Art Packet und schnürt es zu. Man wärmt es dann nochmal auf, wenn man sich was mit nach Hause nimmt oder man isst es gleich ohne es zuzumachen. Dazu gibts normales Weissbrot. Richtig typisch ist es, Nacathamal sonntags zum Frühstück zu essen. Aber darauf bin ich erstens nicht so scharf und zweitens ist das bei uns in der Familie noch nie vorgekommen. Glück gehabt ;) Jedenfalls heisst es, dass am Wochenende auf jeden Fall einmal Nacathamal gegessen wird in einer Nicafamilie...